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Berlins neue Mitte

Die "alte" Friedrichstraße

Die Friedrichstraße im Wandel

 

 

 

 

. . . die  Friedrichstraße
                    im  Überblick


 
 
 
 
 
Einleitung
Die größte Baustelle Europas
Neue Konzepte für die Mitte Berlins
Der Umzug der Bundesregierung
Blick nach vorn ...

 
 
 
 

 
Berlins neue Mitte

Im Zusammenhang mit dem geplanten Umzug von Regierung und Parlament ist in Berlin eine sehr starke Bautätigkeit in allen Segmenten zu beobachten. Besonders erwähnenswert sind die Projekte am Potsdamer Platz und Leipziger Platz.

Der Potsdamer Platz war bis zum Zweiten Weltkrieg Regierungsviertel und einer der verkehrsreichsten Plätze Europas. In den 20ger Jahren kreuzten sich hier fünf Straßen und 40 Linien öffentlicher Verkehrsmittel sowie unterirdisch U- und S-Bahn. Ab 1924 sorgte die erste Ampelanlage Deutschlands für einen reibungslosen Verkehrsfluß. Zur selben Zeit entwickelte sich der Platz zum Vergnügungs- und Einkaufszentrum Berlins. Das erste Vergnügungsetablissement am Platz war das Haus Vaterland. In den zahlreichen Sälen amüsierten sich jeden Abend ca. 3000 Gäste. In Hotels wie dem Esplanade, in der Bellevuestraße, oder dem Fürstenhof traf man sich damals zum Fünf-Uhr-Tee, im Weinhaus Huth zu einem Glas Wein und das Vox-Haus machte Schlagzeilen mit den ersten Rundfunkexperimenten. Durch die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Platzes zerstört. Die Teilung der Stadt tat ihr übriges. Der Potsdamer Platz wurde zum Niemandsland und zur ödesten Brachfläche Berlins. Nach dem Mauerbau ließen sich hier Touristen aus aller Welt von dem hölzernen Aussichtsturm aus die Grenzanlagen und den Mauerverlauf erklären.

Heute sind die Grundstücke zwischen Landwehrkanal und Potsdamer Platz sehr begehrt, denn im Mittelpunkt der Metropole gelegen, soll der Platz wieder das werden was er einst war.

 

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Die größte Baustelle Europas

Seit 1993 ist der Potsdamer Platz eine der größten Baustellen der Welt. Am Rande der Baustelle steht die Infobox, ein roter Container auf Stelzen, der Attraktion und Ausflugsziel für viele Touristen und Berliner ist. Hier präsentieren die Investoren sich und man bekommt Auskunft über die Bauvorhaben. Den Sommer über locken Ausstellungen und Musikveranstaltungen in die Baugrube.

Wer vom Ostteil in den Westteil der Stadt fahren will oder umgekehrt, muß am Potsdamer Platz täglich mit neuer Straßenführung rechnen und das wird sich wohl auch in naher Zukunft nicht ändern. Für Neubauten am Platz plant man 300 Milliarden DM. Das größte Vorhaben ist die Beseitigung der ca. zwei Kilometer langen Brache, die der sogenannte Todesstreifen hinterließ, vom Spreebogen im Norden bis zum Landwehrkanal im Süden.

Der Lehrter Stadtbahnhof soll zur Zentralstation ausgebaut werden, diverse Regierungsbauten mit Kanzlerbau und Reichstagsumbau (Kosten allein 600 Millionen DM) stehen an. Im nahen Botschaftsviertel werden ca. zehn Repräsentationsbauten entstehen: am Pariser Platz die Botschaften der USA und Frankreichs, das Hotel Adlon, Großbanken und die Akademie der Künste. Auf dem Gebiet der ehemaligen Ministergärten sollen Ländervertretungen angesiedelt werden. Am Potsdamer und Leipziger Platz entstehen Großzentren mit Bürokomplexen von Daimler-Benz, ABB, Sony und Hertie sowie Wohnhäuser, Kultureinrichtungen, Einkaufspassagen und Restaurants. Bis zur Jahrtausendwende sollen die ehrgeizigen architektonischen Projekte fertiggestellt sein.

Am Checkpoint Charlie, dem Angelpunkt der Kreuzberger Friedrichstraße, wächst ein fünf Blöcke umfassendes Business-Center. Ein teueres Unternehmen ist der Tiergarten-Tunnel, der als Nord-Süd-Verbindung für ICE-Züge, Fern- und U/S-Bahn sowie Schnellstraßen dienen soll.

Die Neubauprojekte machen die Hauptstadt zu einem Treffpunkt namhafter Architekten wie Günter Behnisch, Sir Norman Forster, Giorgio Grassi, Hilmer und Sattler, Helmut Jahn, J:P: Kleihues, Hans Kollhoff, Renzo Piano oder Axel Schultes.

 

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Neue Konzepte für die Mitte Berlins

Berlins Mitte ist zweifelsfrei eine der interessantesten Adressen der Stadt. Es gilt nun die City-West und das historische Zentrum miteinander zu vereinigen und damit das Bild einer ganzheitlichen Stadt zu stärken.

In den 60ger Jahren wurde das Konzept einer autogerechten Stadt Berlin entwickelt. Es wurden Schnellstraßensysteme erbaut, um die größtmögliche Anzahl von Autos in kürzester Zeit durch die Stadt zu lotsen, was zu einer drastischen Abnahme des Wohnraums in der Innenstadt führte. Heutzutage ist dieses Konzept veraltet. Ziel ist es den Durchgangsverkehr in Zukunft so weit wie möglich zu vermeiden. Die breiten Straßen sollen zurückgebaut und das Wohnen in der Innenstadt gefördert werden. Denn die Aufgabe eines städtischen Zentrums ist es, Besucher anzuziehen und das Verweilen der Menschen zu fördern - nicht eine einfache Durchfahrt zu ermöglichen.

Die Bebauung der Innenstadt und der Rückbau der großen Magistralen mit der entsprechenden Flächengewinnung sowie die Nutzung von bisherigen Freiflächen sollen die Dichte im Zentrum erhöhen und neue Qualität schaffen. Geplant ist ein Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten, die Herstellung einer interessanten und spannenden Nutzungsvielfalt von neuen Wohnungen, Gewerbe und Geschäften d. h. Reurbanisierung und Revitalisierung. In der Friedrichstadt wurde dieser Ansatz bereits teilweise umgesetzt, indem man Bezug auf Berliner Bautradition nimmt. Beispielhaft für das Vorhaben ist der Typ des gründerzeitlichen Mietshaus, welches sich für Miet- und Eigentumswohnungen ebenso eignet wie für Kleingewerbe, Handel und vieles andere. Da das Gewerbe Standortsicherheit braucht, soll die Bildung von Eigentum gefördert werden. Das gleiche gilt für die Schaffung von mehr Wohneigentum.

Die Förderung des Wohnungsbaus in der Innenstadt und die Verdichtung erlauben eine bessere Ausnutzung der vorhandenen sozialen und technischen Infrastruktur.

In Zukunft soll es keine überdimensionalen Verkehrsschneisen mehr geben und die Freiraumqualität muß deutlich erhöht werden.

Gegenwärtig entstehen unterschiedliche Hotels und Geschäftshäuser, die das Gesicht der Stadt entscheidend prägen werden. Künftig werden viele Ministerien ihren Sitz in der "neuen Mitte" Berlins haben.

 

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Der Umzug der Bundesregierung

Noch vor dem Jahr 2000 werden Bundestag und Bundesregierung nach Berlin übergesiedelt sein. Am 20. Juni 1991 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, mit dem Parlament und den hauptsächlichen Regierungsfunktionen nach Berlin umzuziehen. Im Februar 1994 hat der Bundespräsident bereits seinen Hauptsitz ins Schloß Bellevue verlegt. Im Süden des Schlosses entsteht ein Neubau für das Bundespräsidialamt.

Im Frühjahr 1999 wird der Deutsche Bundestag das Reichstagsgebäude beziehen. Der Umbau wird nach Plänen von Sir Norman Foster vorgenommen. In den Dorotheenblöcken und im Alsen- und Luisenblock werden weitere Sitzungssäle und Büros für Bundestagsverwaltung und Abgeordnete eingerichtet. Der Bundesrat soll zukünftig im ehemaligen Preußischen Herrenhaus seßhaft sein. Das Gebäude für das Bundeskanzleramt wird derzeit im Spreebogen errichtet.

Die verschiedenen Ministerien werden in Altbauten, die zur Zeit noch saniert bzw. durch Erweiterungsbauten ergänzt werden, untergebracht: Auswärtiges Amt (Werdischer Markt),

Bundesministerium für Justiz (Hausvogteiplatz), Bundesministerium für Finanzen, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Leipziger Straße, Wilhelmstraße/Mauerstraße, Jägerstraße), Bundesministerium für Wirtschaft, Bundesministerium für Verkehr (Invalidenstraße/Scharnhorststraße), Bundesministerium für Verteidigung (Bendlerblock).

Das einstige Postcheckamt an der Dorotheenstraße wird für das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung saniert. Außer diesem sollen noch andere Gebäude in der Dorotheenstraße und der Neustädtischen Kirchstraße von dem Amt genutzt werden.

 

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Blick nach vorn...

Der bevorstehende Umzug der Regierung wird neben der politischen Bedeutung auch wirtschaftliche Impulse für die Stadt bringen. Zahlreiche Firmen und Interessenverbände haben ihren Hauptsitz bereits nach Berlin verlegt oder sind im Begriff dies zu tun.

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für den Standort Friedrichstraße. Denn von dieser einst so berühmten und nun wieder ins Rampenlicht gerückten Adresse aus erreicht man nicht nur das neue Regierungsviertel in wenigen Minuten, sondern auch namhafte Unternehmen. Dies sind u.a. Firmen aus den Bereichen Medien, Rechtsanwälte, Steuerberater und diverse Consultants. In der Friedrichstraße findet man alle wichtigen Banken, Fernsehanstalten, Nachrichtendienste und andere Einrichtungen der nationalen und internationalen Presse z.B. Die Welt, die Süddeutsche Zeitung, CNN, Agence France-Presse, Reuters, n-tv, ARD, ZDF, Sat.1 und NHK (Japan Broadcasting Corporation).

Ganz wie in früheren Zeiten blüht auch heute wieder das kulturelle Leben in Berlins "neuer" City. Theater, Opernhäuser und Varietés - wie das Schauspielhaus, die Staatsoper, die Komische Oper, das Deutsche Theater oder der Friedrichstadtpalast - und zahlreiche Kneipen, Cafés und Weinlokale machen die Straße zur Flaniermeile Berlins.

Schon in naher Zukunft werden in der Friedrichstraße beste Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Wie in jeder Großstadt wird auch das neue, alte Herz Berlins kein preiswerter Ort sein - aber dafür einer an dem das Leben pulsiert.

 

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